Empfangsstation "Kopfstation Landstuhl"
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Wohl begann man verschiedenenorts, vornehmlich in der Schweiz infolge der Mehrsprachigkeit, in Mehrfamilienhäusern Gemeinschafts-Antennenanlagen zu installieren. Für sogenannte Gross-Gemeinschaftsanlagen (GGA) zur Versorgung von Agglomerationen, später kurz Kabelnetze genannt, stand man erst am Anfang. Ziel solcher Anlagen war, einen „Antennenwald“ zu vermeiden, so wie dies bereits in manchen Städten zu sehen war und noch heute im Ausland keine Seltenheit ist. Ausserdem kann mit der Wahl eines guten Empfangs-Standortes ein besserer Empfang oder ein Empfang weiterer Programme gewährgeleistet werden.
Als Viktor Colombo 1965 in Neuenegg Wohnsitz nahm und die PTT vom Quartier in dem er wohnte ein neues Telefonkabel Richtung Norden bis zu den bereits höher gelegenen Wohnhäusern „Natershus“ verlegte, wagte er privat den Einsatz von einigen Tausend Franken um im Kabelgraben zusätzlich ein Koaxialkabel einzulegen. Die nördlich gelegene Anhöhe „Landstuhl“ mit weitgehend rundum freier Sicht, versprach einen guten Fernsehempfang. Die Erschliessung bedingte aber ein Koaxialkabel von 700m Gesamtlänge. Das erforderliche 75-Ohm Koaxialkabel lieferte die Firma Dätwyler AG. in Altdorf.
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Der Empfang auf dem Landstuhl konnte nicht vorzeitig getestet werden weil der Entscheid für die Mitverlegung eines Kabels innerhalb von wenigen Tagen gefällt werden musste. In Anbetracht des für die damalige Zeit respektablen finanziellen privaten Aufwandes somit ein echtes Wagnis.
Für den restlich noch nötigen Kabelgraben von 300m bis zum vorgesehenen Standort der Empfangsantennen am Waldrand half die ortsansässige Baufirma A. Zürcher, wobei dann aber das Kabel aus Kostengründen ungeschützt in den Boden verlegt wurde.
Für die Antennen-Anlage musste auf dem Landstuhl vorerst noch ein Stück Land gekauft werden. Die Verhandlungen mit dem Landbesitzer waren eher mühsam. Für die Erteilung der Baubewilligung waren die Gemeinde Neuenegg und das Forstamt hingegen sehr speditiv.
Glücklicherweise ersetzten die PTT in „Les Ordons“ einen kleinen Gittermast der kostenlos abtransportiert werden konnte. Nachdem alle Mastelemente am Boden eigenhändig wieder zusammengeschraubt waren, musste noch eine Plattform und die Befestigungen für einen Rundmast anmontiert werden. Hierfür half zuvorkommend Herr Hansruedi Hurni mit, ein Schlossermeister von Neuenegg. Inzwischen erstellte das Baugeschäft Zürcher kostengünstig das Mastfundament.
Nun konnte der Gittermast mit einem Pneu-Kran auf das Fundament gestellt werden. Das Wetter war nicht wohlgesinnt und deshalb wurde unumgänglich für das Fahrzeug laufend wechselweise Holzbalken von hinten wieder vor die Räder zu legen um ein Einsinken des Krans im Ackerland zu verhindern.
Kopfstation
Für den Blitzschutz wurden vom Mast aus sternförmig mehrere Erdbänder verlegt.
Für die Montage der Antennen der Firma Jaeger in Bern und der Antennen-Vorverstärker auf dem Mast musste selbst Hand angelegt werden. Die Röhren-Verstärker für den UKW-Radiobereich, die Schweizer TV-Programme deutsch, französisch und italienisch sowie das deutsche Fernsehprogramm, das vom Feldberg empfangen werden konnte, lieferte die Firma Siemens. Zudem waren bereits auch Röhren-Breitbandverstärker (Kettenverstärker) für die Weiterleitung der Programme im Kabelnetz im Angebot. Die TV-Kanalverstärker wurden in einen Kasten neben dem Mast eingebaut und der erste Streckenverstärker bis zum Wohnhaus an der Natershus-Strasse in der Garage des dazwischen gelegenen Bauernhauses von Herrn A. Flühmann montiert.
Information der Gemeinde und der Nachbarschaft
Mit einer kleinen Ausstellung in der Garage von Viktor Colombo konnten die empfangbaren Radio- und TV-Programme, die Schweizer Radioprogramme, die drei Schweizer-Fernsehprogramme und das deutsche Fernsehprogramm ab dem Feldberg, gezeigt werden
Daraufhin meldete sich auch das Architekturbüro Gasser und Müller und beantragte die Erschliessung der unweit gelegenen bestehenden und geplanten Mehrfamilienhäuser.
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